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Nachricht vom 03.03.2016


Power-to-Gas: Auch ein Modell für Japan?

Honda Clarity Fuel Cell

Das Thema "Power-to-Gas" gewinnt auch in Japan zunehmendes Interesse. Dabei dient Deutschland als das große Vorbild.

Von den zahlreichen Aktivitäten in NRW und den anderen Bundesländern konnten sich dreißig hochrangige Vertreter von japanischen Unternehmen auf dem traditionellen "Fireplace Talk", den die EnergieAgentur.NRW zusammen mit der NRW Japan KK im Umfeld der FC Expo organisiert, einen Eindruck machen. Die Veranstaltung dient  auch dem Networking mit deutschen Unternehmen, die ihre Technolgie. z.B. Elektrolyseure, nach Japan liefern können.

Die Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzellen war wieder einmal der Schwerpunkt auf der diesjährigen FC Expo vom 2.-4. März, an der das Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW bereits zum 9. Mal teilnahm. Aus NRW waren auf der Messe die Firmen Gebr. Becker aus Wuppertal, Hydrogenics aus Gladbeck sowie Hofer Kompressoren aus Mülheim zum wiederholten Male vertreten. 

Die Organisation HySUT (The Research Association of Hydrogen Supply /Utilization Technology), die sich ähnlich wie die CEP um den Aufbau der H2-Tankstelleninfrastruktur kümmert, hatte als Eyecatcher den neuen Honda Clarity Fuel Cell auf dem Stand (siehe Foto). An das Fahrzeug kann über eine Chardemo Steckdose eine 9 kW Nostromversorgung angeschlossen werden, um in Katastrophenfällen wie z.B. nach Erdbeben eine Energieversorgung für Gebäude o.ä. zu realisieren. Der Wasserstoff an Bord reicht dann für eine Woche. Ähnliches bietet auch der Mirai. Diese Notstromversorgungen werden aber nur in Japan erhältlich sein.

Der Ausbau der Tankstelleninfrastruktur schreitet in Japan weiter voran und liegt anders als in Deutschland voll im Plan. Bis Ende 2015 waren 45 Stationen in Betrieb genommen. Weitere 38 sind aktuell im Bau. Der Flughafen Osaka setzt zunehmend auf den Einsatz von Bz-Fahrzeugen. Ein Bus sowie ein Gabelstapler sind bereits im Einsatz. Außerdem arbeitet man in dem Bereich mit Flughafen Köln-Bonn zusammen.

Gabelstapler-Tankstelle am Osaka Airport

Im Umfeld der Messe führten die Vertreter des Netzwerks - Dr. Kattenstein und Dr. Koch - zahlreiche Gespräche mit japanischen Unternehmen und Institutionen. Highlight war die Besichtigung der Produktionslinie des Toyota Mirai in Nagoya. Zurzeit werden 9 Fahrzeuge pro Tag produziert, insgesamt bislang 1000 Stück.

Desweiteren fand auch u.a. ein Gespräch mit der Tokyo Metropolitan Government statt, die ihre Pläne für die Olympischen Spiele in 2020 präsentierte. Diese werden ganz im Zeichen von Wasserstoff und Brennstoffzellen stehen. So sollen z.B. 100 Brennstoffzellenbusse für den Shuttleverkehr eingesetzt werden, wofür 4 Bustankstellen errichtet werden müssen. 6000 BZ-PKW sollen dann in Tokio zugelassen sein. Tokio wird für die "H2-Society" rund 34 Mio. € an Fördermitteln zur Verfügung stellen, ergänzt um Mittel aus der Staatskasse.

Besuch der teuersten Tankstelle Tokios am Tokyo Tower