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Nachricht vom 24.04.2015


Air Liquide eröffnet große Wasserstoff-Produktionsanlage in Deutschland

Heute feierte Air Liquide die offizielle Eröffnung für seinen neuen, hochmodernen Steam Reformer (SMR) in Dormagen bei Köln. Air Liquide investierte rund 100 Millionen Euro in diese hochflexible Produktionsanlage, die die neue große TDI (Toluylen-Diisocyanat)-Anlage von Bayer MaterialScience versorgt - eine der wichtigsten Investitionen des Polymerherstellers in den vergangenen Jahren.

Foto: Air Liquide Deutschland GmbH

Pressemitteilung der Air Liquide Deutschland GmbH vom 17.04.2015:

Der neue SMR gehört und wird betrieben von Air Liquide. Er hat eine jährliche Produktionskapazität von 22.000 Tonnen Wasserstoff und 120.000 Tonnen Kohlenmonoxid. Entsprechend dem 2012 unterzeichneten langfristigen Vertrag wird Bayer MaterialScience mit großen Mengen Kohlenmonoxid und Wasserstoff versorgt, um den Kunden in seinem Bestreben zu unterstützen, das europäische Zentrum für die Produktion von TDI zu werden. TDI wird dazu verwendet, den flexiblen Polyurethanschaumstoff herzustellen, der in so alltäglichen Gegenständen wie Matratzen, Autositzen und Polstermöbeln zu finden ist. Air Liquide schafft mit der neuen Anlage dauerhaft 20 neue Arbeitsplätze in Dormagen.

Die Anlage wurde geplant und errichtet von Air Liquide Engineering & Construction Teams mit Hilfe führender Technologien, um so die höchsten Standards für Effizienz, Flexibilität und Sicherheit zu erfüllen und gleichzeitig die Produktionskapazitäten auszubauen.

Das Werk ist an die insgesamt 600 km lange Rhein-Ruhr-Pipeline von Air Liquide angeschlossen, um auch andere Kunden in der Region mit Wasserstoff zu versorgen.

In seinem Grußwort sagte Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, heute in Dormagen:

„Die Investition ist ein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Air Liquide stellt hier Rohstoffe her, die für viele weitere Produktionen unverzichtbar sind – auch über die chemische Industrie hinaus. Aus diesem Grund habe ich das Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem NRW.Invest-Award für herausragendes Engagement ausgezeichnet.“

Thomas Pfützenreuter, Vorsitzender der Geschäftsführung der AIR LIQUIDE Deutschland GmbH, betont die positive Wirkung für den Chemiestandort Deutschland:

„Air Liquide hat in den vergangenen fünf Jahren rund 600 Millionen Euro in Deutschland investiert, davon mit 400 Millionen Euro den Löwenanteil in Nordrhein-Westfalen. Mit dieser neuen Anlage in Dormagen stärken wir die Chemie-Infrastruktur in diesem Bundesland, die Versorgung unserer Kunden an Rhein und Ruhr und den Standort Dormagen.“

Guy Salzgeber, Vice-President Westeuropa und Mitglied im Executive Committee der Air Liquide Gruppe: "Wir sind stolz, dass Bayer MaterialScience uns als Technologiepartner für eines ihrer wichtigsten Projekte in den vergangenen Jahren ausgewählt hat. Mit diesem ersten großen Vertrag in Deutschland mit Bayer bauen wir unsere weltweite Beziehung zu diesem Kunden aus. Diese Investition intensiviert und stärkt auch die Position von Air Liquide in Deutschland, da eine äußerst zuverlässige Versorgung für seine Kunden sichergestellt ist. Deutschland ist für die Gruppe mit rund 600 Millionen Euro an Investitionen in die industrielle Produktion über die letzten 5 Jahre eines der wichtigsten Länder in Europa."

Wasserstoff hat große Zukunft
In dem Reformer wird aus Erdgas Wasserstoff und Kohlenmonoxid hergestellt. Diese Produkte werden als Rohstoff für die Herstellung einer Vielzahl von Zwischenprodukten in der Chemie- und Kunststoffindustrie benötigt. Sie dienen beispielsweise der Produktion von Polsterungen, Autoreifen oder Klebstoffen.

Wasserstoff wird zudem in der Mobilität von morgen eine Rolle spielen: Bei der heutigen Eröffnung präsentierte Air Liquide in Dormagen aktuelle Brennstoffzellenfahrzeuge, die an der ersten und bisher einzigen Wasserstofftankstelle für PKW in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf tanken können. Auch diese Tankstation hat Air Liquide errichtet.

Der Steamreformer in Dormagen hat eine jährliche Produktionskapazität von rund 22.000 Tonnen Wasserstoff und 120.000 Tonnen Kohlenmonoxid. Alleiniger Abnehmer des Kohlenmonoxids ist die neue TDI (Toluylen-Diisocyanat)-Anlage der Bayer MaterialScience (BMS). Für die Herstellung von TDI (ein wichtiges Zwischenprodukt in der Kunststoffindustrie) benötigt der Air Liquide-Kunde diese Moleküle rund um die Uhr. Der in der neuen Anlage produzierte Wasserstoff wird über die bestehende Air Liquide-Fernleitung auch anderen Kunden in der Region zur Verfügung gestellt.

Der neue Steamreformer von Air Liquide steht auf einer Fläche von mehr als 16.000 Quadratmetern. Mehr als 4.000 Kubikmeter Beton, rund 2.500 Tonnen Stahl und Rohrleitungen sowie rund 150 km Kabel wurden in den vergangenen Jahren verbaut. Weithin sichtbar ist heute die Spitze der Fackel – mit fast 54 Metern der höchste Punkt der Anlage.

Geplant und gebaut wurde der neue Steamreformer von den Teams von Air Liquide Engineering & Construction, den unternehmenseigenen Anlagenbau-Experten. Seit Jahreswechsel werden in Dormagen die Moleküle produziert – in einer höchst flexiblen und sicheren Anlage.

Im Mai 2012 hatte Air Liquide den Zuschlag für den Bau des neuen Steamreformers im Chemiepark Dormagen erhalten.

Zeitweise arbeiteten mehr als 300 Menschen auf der Baustelle – und dies mit großem Sicherheitsbewusstsein. In rund 750.000 geleisteten Arbeitsstunden gab es nicht einen meldepflichtigen Unfall mit Arbeitszeitausfall.