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Nachricht vom 21.09.2016


Alstom enthüllt auf der InnoTrans seinen emissionsfreien Zug Coradia iLint

Heute setzen die Bahnbetreiber im Fahrgastverkehr auf nicht-elektrifizierten Strecken fast ausschließlich Dieseltriebzüge ein. Die von Zügen mit Verbrennungsmotor ausgehenden CO2- und Geräuschemissionen belasten die sonst positive Umweltbilanz des Schienen-verkehrs gegenüber anderen Verkehrsmitteln. Alstom bietet nun mit dem Coradia iLINT eine emissionsfreie und gleichzeitig geräuschärmere Alternative an.

Coradia iLINT ((c) ALSTOM/Michael Wittwer)

Trotz zahlreicher Elektrifizierungsprojekte in mehreren Ländern wird ein Großteil des europäischen Bahnnetzes langfristig nicht elektrifiziert bleiben. In vielen Ländern ist die Zahl der in Betrieb befindlichen Dieseltriebzüge immer noch hoch – in Deutschland sind das aktuell mehr als 2.700 Züge.

Um auch auf diesen Strecken emissionsfrei fahren zu können, bieten  Lokomotiven mit Brennstoffzellenantrieben eine interessante Variante. Als einer der ersten Hersteller weltweit hat Alstom einen Triebwagen auf Basis dieser Technologie entwickelt. Im Beisein von Bundesverkehrsminsiter Alexander Dobridt wurde das erste Fahrzeuge heute auf der InnoTrans der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Coradia iLint basiert auf dem betriebs-erprobten Dieselzug Coradia Lint 54. Mit dem Austausch des Dieselantriebs gegen einen Brennstoffzellenantrieb wird ein nachhaltiger Zugbetrieb unter Beibehaltung der bekannten Leistungsfähigkeit ermöglicht. 

Die Leistung der Brennstoffzellen des Herstellers Hydrogenics haben eine Leistung von rund 200 kW, die Wasserstofftanks von XPERION speichern den Wasserstoff bei 350 bar. Die Reichweite des Triebwagens soll je nach Strecke bei 600 bis 800 km liegen. Die Leistungsdaten der Züge sind vergleichbar mit denen der letzten Generation von Coradia Lint Dieseltriebzügen, d.h. ihre Höchstgeschwindigkeit liegt auch bei 140 km/h und sie haben eine vergleichbare Beschleunigungs- und Bremsleistung. Außerdem ist ihre Fahrgastkapazität genauso hoch wie bei der letzten Generation von Coradia Lint Dieseltriebzügen.

 

Um den Einsatz des Coradia iLint für Betreiber so problemlos wie möglich zu machen, bietet Alstom ein Komplettpaket aus einer Hand an, bestehend aus dem Zug selbst und seiner Instandhaltung sowie der erforderlichen  Wasserstoffinfrastruktur. Dadurch kann sich der Betreiber auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, während Alstom und seine Partner sich um alles kümmern, was die Fahrzeuge und den Umgang mit Wasserstoff betrifft.

Die Markteinführung des Coradia iLint resultiert aus den Absichtserklärungen für die Nutzung einer neuen Generation von emissionsfreien Zügen mit Brennstoffzellen, die 2014 mit den Ländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem hessischen Aufgabenträger Rhein-Main-Verkehrsverbund unterschrieben wurden.

Ab Ende diesen Jahres wird das Fahrzeug auf betriebseigenen Strecken von ALSTOM ausgiebig getestet werden, um anschließend die Betriebsgenehmigung zu erhalten. Gegen Ende 2017 wird der Triebwagen dann den regulären Einsatz auf einer Bahnstrecke bei Cuxhaven aufnehmen.

Für NRW ist der Einsatz auf einer Strecke im Ruhrgebiet ab 2019 geplant.

Weitere Informationen bei ALSTOM

Bilder von der InnoTrans (Copyright EnergieAgentur.NRW):

Verkehrsminister Alexander Dobrindt

Minister Dobrindt und ALSTOM Chef Henri Poupart-Lafarge

Führerstand

Befüllkupplung

Polster im H2O/O2/H2-Design

 

(Der Wettbewerb macht sich schlau)

 

Bilder von ALSTOM (copyright: ALSTOM/Michael Wittwer):